Herzlich Willkommen auf dem Blog der ZAROF. Akademie

Hier informieren wir über Themen und Trends rund um das Thema der betrieblichen Fort- und Weiterbildung. Jeden Monat gibt es einen neuen Artikel.

Viel Spaß beim Lesen!

Achtsamkeit meint, die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Augenblick zu wenden und ein nicht wertendes und offenes Bewusstsein für die Inhalte dieses Moments zu schaffen. Dazu gehören beispielsweise innere Wahrnehmungen wie Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen, aber auch äußere Sinneseindrücke wie Geräusche, Gerüche oder Mimik und Gestik des Gegenübers. Statt sich mental mit der Vergangenheit oder bereits mit der Zukunft zu beschäftigen, sollen die subjektiven Erfahrungen, die sich aus der Wahrnehmung des Augenblicks entfalten, bewusst wahrgenommen werden.

Im Folgenden haben wir deshalb drei Übungen zusammengestellt, mithilfe derer Sie Achtsamkeit in Ihrem beruflichen Alltag entwickeln können. Sie können die Grundlage bieten, sich bewusst und aktiv mit den eigenen Werten und den Anforderungen der Umgebung auseinanderzusetzen. In unserem Seminar „Mich selbst aktiv leben – Auch im Beruf – Alltagstauglich?“ gehen unsere Trainerinnen Claudia Murzik und Nicole Scheuermann-Brendle einen Schritt weiter und vermitteln, wie Sie dieses Wissen für die (Neu-)Gestaltung Ihres beruflichen Alltags nutzen können.

1. Eine achtsame Minute

Diese Übung ist so kurz angelegt, dass sie selbst bei einem vollen Terminkalender durchgeführt werden kann. Sie kann Ihnen helfen, sich auf wichtige Gespräche vorzubereiten oder eine wohltuende Gedankenpause an einem stressigen Arbeitstag sein. Jeder Schritt wird 20 Sekunden durchgeführt:

  1. Sich zentrieren: Atmen Sie langsam ein paar Mal ein und aus. Fühlen Sie, wie Ihre Füße auf dem Boden stehen und nutzen Sie sie als Anker für Ihre Aufmerksamkeit.
  2. Registrieren, was im Umfeld geschieht: Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf alles, was um Sie geschieht. Erkennen Sie die Geräusche, Gerüche, Gefühle, Gedanken und Körperempfindungen dieses Moments an und lassen Sie sie vergehen, ohne sich mit ihnen zu beschäftigen.
  3. Achtsame Pause nehmen: Konzentrieren Sie sich erneut auf Ihren Atem. Nehmen Sie wahr, wie Sie die Luft in sich hinein- und wieder herausfließen lassen. Sollten Gedanken aufsteigen, lassen Sie sie ohne Wertung vorbeiziehen.
2. Achtsamkeit als Entscheidungshilfe

Auf unbekannte, problematische oder unangenehme Dinge und Aufgaben reagieren wir häufig mit Vermeidung. Dieser Automatismus kann dazu führen, dass Entscheidungen getroffen werden, die die Bearbeitung eines Themas beeinträchtigen. Mit dieser Übung können Sie Entscheidungen bewusster und nachhaltiger treffen:

  1. Zentrieren Sie sich mithilfe einer achtsamen Minute.
  2. Definieren Sie die zu treffende Entscheidung. Notieren Sie sie, wenn es Ihnen hilft.
  3. Finden Sie mindestens zwei mögliche Vorgehensweisen, für die Sie sich entscheiden können. Überlegen Sie ganz unvoreingenommen und versuchen Sie, sich keine Grenzen zu setzen. Denken Sie nicht zu lange nach, sondern lassen Sie auch scheinbar unmögliche Varianten gelten.
  4. Legen Sie fest, wie Sie normalerweise agieren würden. Notieren Sie auch das, wenn es Ihnen hilft.
  5. Legen Sie fest, welche Vorgehensweisen vermeidend sind: Welche Entscheidung würde etwas Unerwünschtes vermeiden? Welche Entscheidung unterstützt die Aufgabe bzw. Lösung des Problems wirklich?
  6. Treffen Sie eine Entscheidung. Führt sie Sie zu neuen Vorgehensweisen, geben Sie ihnen eine Chance, sich zu beweisen. Reagieren Sie für Ihre Verhältnisse „normal“, ist das ebenfalls in Ordnung. Wichtig ist, sich mithilfe dieser Übung eine Pause zu schaffen und sich der zu treffenden Entscheidung bewusst zu werden.
3. Achtsamkeit für die Erkundung schwieriger Gefühle

Es gibt Situationen im Arbeitsalltag, die viele emotionale Reaktionen gleichzeitig auslösen. Oft ist es schwierig, herauszulesen, welche Gefühle tatsächlich vorhanden sind und woher sie stammen. Diese Übung hilft Ihnen, ihre Emotionen ganz nüchtern zu betrachten und zu erkennen, wie Gedanken bestimmte Gefühle und Empfindungen auslösen. Mit diesem Wissen können Sie emotionale Reaktionen erkennen, noch bevor sie nicht mehr in den Griff zu bekommen sind.

  1. Suchen Sie sich einen Platz, an dem Sie für mindestens zehn Minuten ungestört sind.
  2. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit eine Minute lang auf Ihren Atem. Fühlen Sie, wie sich Ihre Lungen während des Atmens füllen und leeren. Beobachten Sie nur, ohne zu beurteilen.
  3. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf eine Situation an Ihrem Arbeitsplatz, die für Sie herausfordernd oder schwierig ist. Beschränken Sie sich anfangs auf etwas weniger Komplexes, um die Achtsamkeit sorgfältig trainieren zu können.
  4. Stellen Sie sich diese Situation bildlich vor. Versuchen Sie, so detailreich wie möglich vorzugehen – als ob die Situation jetzt da wäre.
  5. Beobachten Sie, was passiert. Gehen Sie dabei ganz sachlich vor und betrachten Sie sich selbst ohne Bewertung. Wie fühlt sich Ihr Körper an? Welche Gedanken gehen Ihnen durch den Kopf? Können Sie Gefühle wahrnehmen? Spüren Sie irgendeine Anspannung? Beobachten Sie Ihre Reaktionen, beurteilen Sie sie aber nicht und suchen Sie nicht nach möglichen Lösungswegen. Versuchen Sie in diesem Fall, wieder in eine neugierige Beobachterposition zurückzufinden. Wenn Sie sich unwohl fühlen, lösen Sie sich von der Situation.
  6. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit erneut auf Ihren Atem, wenn Sie die Empfindungen, die sich für Sie aus dieser Situation ergeben können, beobachtet haben. Verweilen Sie so ein paar Minuten und beenden Sie dann die Übung.

Diese und weitere Achtsamkeitsübungen helfen Ihnen langfristig, gewohnte und automatisierte Reaktionsmuster zu erkennen und sie zu durchbrechen, Situationen klarer und konzentrierter zu erfassen, effektiver auf problematische oder komplexe Situationen zu reagieren und kreativer, ausgeglichener und widerstandsfähiger zu werden.

Haben Sie schon einmal gezielt Achtsamkeit in Ihren Arbeitsalltag integriert? Welche Eindrücke haben Sie gewonnen? Wir freuen uns, wenn Sie mit uns über Ihre Erfahrungen sprechen.

 

Weitere Beiträge

Einen Kommentar verfassen

Als Gast kommentieren

0

Kommentare (30)

Lade vorherige Kommentare