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Schon 1969 veröffentlichte Paul Watzlawick das Buch „Menschliche Kommunikation – Formen, Störungen, Paradoxien“ (mit J.H. Beavin und D.D. Jackson), in dem er die noch – oder sogar besonders – heute geltenden fünf Grundsätze der menschlichen Kommunikation beschreibt. Ziel ist es, nicht nur zu zeigen, wie Störungen oder Paradoxien entstehen. Watzlawick geht es auch darum, die Wirklichkeit als Konstrukt darzustellen, die veränderbar ist. Das bedeutet, dass wir selbst je nach Interpretation bestimmen können, wie unsere Wirklichkeit aussehen soll. Mit der Beschreibung der Axiome und entsprechenden Beispielen wird dies noch deutlicher.

 

1. Man kann nicht nicht kommunizieren.

Das wohl bekannteste Axiom meint, dass jede Kommunikation, jedes Verhalten, Mitteilungscharakter besitzt. Ob man sich seinem Gegenüber im Fahrstuhl, im Bus, im Büro zuwendet oder abwendet, ist aus Sicht des Axioms gleichwertig – ein Gegenteil von Verhalten (sich also nicht zu verhalten) existiert nicht. Bewusst oder unbewusst senden wir immer Signale nach außen, ob wir wollen oder nicht.

 

2. Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei letzterer den ersteren bestimmt.

Mit dem Inhaltsaspekt werden reine Informationen vermittelt, der Beziehungsaspekt dagegen beschreibt, in welchem Verhältnis Kommunikationspartner (subjektiv) zueinander stehen. Wir nehmen Informationen also nie nur rein objektiv auf, uns beeinflusst dabei die Einstellung, die wir zum Absender haben. Ein Beispiel: Kollege A bringt eine logische Argumentationskette vor, kann damit Kollege B aber nicht überzeugen. Der Grund dafür liegt nicht in der Qualität der Argumentation, sondern in dem simplen Umstand, dass Kollege B nichts von Kollege A hält. So entsteht eine Störung, bei der die reine Information keinerlei Bedeutung hat.

 

3. Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt.

Kurz und unkompliziert gesagt: Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung. Auf jeden Reiz folgt eine Reaktion, die wiederum Reiz für eine weitere Reaktion ist, die wiederum Reiz für eine folgende Reaktion ist und so weiter. Das bedeutet, dass Kommunikation kreisförmig verläuft und sich immer weiter verstärkt, bis hin zum „Teufelskreis der Kommunikation“. So kann es auch den Kollegen A und B gegangen sein: Eine als „spitz“ wahrgenommene Bemerkung von Kollege A zu Kollege B, eine „pampige“ Reaktion von Kollege B auf Kollege A, im nächsten Gespräch hört Kollege B einen eindeutig abwertenden Kommentar aus der Argumentation von Kollege A heraus und reagiert verächtlich . Das Axiom zeigt, dass (auch) das eigene Verhalten zur Verhärtung der Fronten beiträgt, dass wir in einer von uns selbst konstruierten Wirklichkeit leben und dass wir, wenn wir unser Kommunikationsmuster verändern, auch der Gegenüber seine Reaktion verändern wird.

 

4. Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten

Digital bedeutet hier nicht, dass die Kommunikation über elektronische Endgeräte oder das Internet stattfinden muss. Es beschreibt die verbale und inhaltliche Ebene der Kommunikation und steht im Gegensatz zur analogen Seite, die alle nonverbalen Zeichen und in diesem Sinne vor allem den Beziehungsaspekt umfasst. Störungen treten beispielsweise dann auf, wenn analoge Zeichen mehrere digitale Informationen bedeuten können. Als Beispiel: verschränkte Arme können „Mir ist kalt“, „Ich bin skeptisch“, oder „Ich lehne dich ab“ anzeigen. Störungen treten auch dann auf, wenn sich analoge und digitale Kommunikation widersprechen, wie zum Beispiel, wenn der Kollege mit „Ja“ antwortet, aber mit dem Kopf schüttelt oder unzufrieden aussieht.

 

5. Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär, je nachdem ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichgewicht oder Unterschiedlichkeit beruht.

In komplementären Beziehungen sind unterschiedliche Verhaltensweisen erkennbar, die sich ergänzen und den Interaktionsprozess bestimmen. Häufig drückt sich das in einer Unterordnung des Einen und Überordnung des Anderen aus. In symmetrischen Beziehungen dagegen sind die Kommunikationspartner „gleich stark“, streben nach dieser Gleichheit und bemühen sich, Ungleichheiten zu minimieren. Konkret ist dieses Axiom zu beobachten, wenn Mitarbeitende untereinander oder mit ihrem Vorgesetzten sprechen. Allein durch das strukturelle Machtgefälle verändern sich ihre Ausdrucksweise und ihr Verhalten.

 

Wozu benötigen wir nun Watzlawicks Axiome? Auf den ersten Blick wirken sie eher abstrakt, denn sie erklären in der Theorie das Verhalten, das wir bei Anderen eben nicht verstehen können. Deshalb ist es notwendig, sich tiefergehend und über längere Zeit damit zu beschäftigen. Dies gilt auch für den Großteil der existierenden Kommunikationsmodelle. Die Anwendbarkeit von Wissen und Methoden und ihr Transfer in Ihre individuelle (Berufs-)Praxis liegt uns jedoch besonders am Herzen. Deshalb möchten wir Sie mit unserem dreimoduligen Seminar Kommunikation und Moderation unterstützen, Gespräche zielorientiert zu führen, zu leiten und zu analysieren. Das Seminar startet am 27. Oktober 2017. Sprechen Sie uns an!

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